Kaum ein Anbieter in diesem Markt veröffentlicht Preise. Wer ein Budget für ein Produktpass-Projekt aufstellen soll, stößt genau darauf zuerst: Jede Anbieterseite endet bei „Kontakt aufnehmen", und man kann nichts vergleichen, was man nicht sieht. Wir haben deshalb die mühsame Arbeit gemacht — Anbieterseiten geprüft, notiert was tatsächlich veröffentlicht ist, mit Datum versehen und unsere eigenen Zahlen danebengestellt.
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Was wir geprüft haben, und wann. Am 11. August 2026 haben wir zwölf Anbieterseiten für digitale Produktpässe auf veröffentlichte Preise geprüft. Einer nannte Zahlen. Einer hatte eine Preisseite ohne Zahlen. Der Rest führte zu „Kontakt aufnehmen", „Demo anfragen" oder hatte keine auffindbare öffentliche Preisseite. Wir nennen das Ergebnis mit Datum, weil ein Preis, der nicht veröffentlicht ist, auch nicht überprüfbar ist — unserer eingeschlossen, weshalb er auf dieser Seite steht.
Der Anbieter mit veröffentlichten Zahlen ist Narravero. Laut deren Preisseite am 11. August 2026: ein optionaler Pilot ab 8.000 € einmalig (branchenspezifisches Datenmodell, Musterpass im eigenen Corporate Design, Onboarding und Customer-Success-Betreuung) sowie ein „Pro"-Tarif ab 2.500 € pro Monat. Die höheren Stufen werden dort ausdrücklich individuell angeboten statt auf der Website geschätzt.
Zwei Dinge gehören fairerweise dazu. Erstens ist das ein Ab-Preis; konkrete Angebote variieren mit dem Umfang. Zweitens, und wichtiger: der Pro-Tarif ist kein reines Compliance-Produkt. Der veröffentlichte Funktionsumfang enthält interaktive Pässe für Endkunden, Storytelling und Markeninhalte, Cross- und Upselling-Verknüpfungen sowie Scan-Auswertungen am Point of Sale. Das ist ein Marketing-plus-Compliance-Paket, und ein Vergleich mit einem reinen Compliance-Abo wäre nicht sachgerecht.
Circularise unterhält eine Preisseite ohne Zahlen. Bei den übrigen geprüften Anbietern — darunter iPoint, Spherity, Kezzler, Protokol, ScanTrust, Authena und TrusTrace — fanden wir zu diesem Zeitpunkt an den geprüften Stellen keine öffentliche Preisliste. Das ist keine Kritik am Produkt; Enterprise-Software wird häufig so verkauft. Es ist aber eine Information, die Sie brauchen: Sie erfahren den Preis erst im Gespräch.
Unabhängig vom Anbieter bewegen vier Größen die Zahl stärker als der Name auf der Rechnung:
Wir veröffentlichen Preise, weil man ein Budget aufstellen können sollte, ohne vorher einen Termin zu buchen. Software-Abo, pro Monat:
Keine Einrichtungsgebühr, kostenloser Pilot für 21 Tage im Self-Service (30 Tage über eine Partnerempfehlung). Wenn Sie das Projekt lieber abgeben: die Full-Service-Staffel ist ebenfalls veröffentlicht und identisch, ob direkt oder über einen Partner — Gap Report 1.900 € (10 Arbeitstage), Passport Sprint 4.900 € (eine Produktfamilie), Passport Launch 9.500 € (erste Familie inkl. Lieferantenbeschaffung, +3.500 € je weitere Familie) und Passport Program 15.000 € (bis zu drei Familien inkl. Einrichtung).
Der günstigste Weg herauszufinden, wo Sie stehen, kostet 99 €. Unser automatischer Gap Report prüft Ihre Produktdokumentation gegen den Feldkatalog aus Artikel 77 und zeigt, welche der 94 Pflichtfelder Sie bereits haben und welche fehlen. Das ist ein reiner KI-Durchlauf ohne menschliche Prüfung, also ausdrücklich eine indikative Ersteinschätzung und kein geprüftes Gutachten — zu 99 € statt der 8.000 €, die der einzige veröffentlichte Vergleichswert für einen bezahlten Piloten aufruft. Die geprüfte Variante mit unterschriebener Field-Completeness-Statement ist der Gap Report zu 1.900 €; die 99 € werden darauf angerechnet.
Damit der Vergleich konkret wird statt rhetorisch: ein mittelständischer Importeur mit Scale-Tarif plus Passport Launch zahlt im ersten Jahr rund 14.300 €. Der einzige veröffentlichte Enterprise-Einstieg in diesem Markt — 2.500 € monatlich plus 8.000 € Pilot — liegt im ersten Jahr bei etwa 38.000 €. Beides kauft Unterschiedliches. Wer interaktive Verbraucherpässe und Handelsauswertungen will, ist mit dem größeren Paket womöglich richtig beraten. Wer schlicht 94 Pflichtfelder bis Februar 2027 befüllt haben muss, nicht.
Über die meisten DPP-Budgets entscheiden zwei Kostenfragen, die mit dem monatlichen Lizenzpreis wenig zu tun haben. Beantwortet werden sie in diesem Markt praktisch nirgends.
Was kostet ein einzelner Pass? Das hängt vollständig am Preismodell, und die Modelle unterscheiden sich stärker als die Zahlen davor. Abgerechnet wird je nach Anbieter pro ausgestelltem Pass, pro Scan beziehungsweise Abruf, pro Artikelnummer oder pauschal mit einem enthaltenen Kontingent. Besonders genau hinsehen sollte man bei der Abrechnung pro Scan: Ein Pass, der funktioniert — ein Produkt, das tatsächlich nachgeschlagen, weiterverkauft und repariert wird — kostet Sie in diesem Modell genau deshalb mehr, weil er funktioniert. Unsere Tarife enthalten ihr Passkontingent ohne Zusatzkosten je Pass innerhalb des Plans, damit ein erfolgreiches Produkt nicht zur höheren Rechnung wird. Welchen Anbieter Sie auch wählen: stellen Sie diese Frage schriftlich — was passiert mit meiner Rechnung, wenn sich das Produkt zehnmal so gut verkauft wie geplant?
Und was kostet er über die regulierte Lebensdauer? Das ist die Zahl, die niemand nennt. Ein Batteriepass muss über die regulierte Lebensdauer des Produkts abrufbar bleiben — bei Batterien bis zu 15 Jahre. Das ist länger als die meisten Softwareverträge laufen, länger als manche Anbieter existieren und deutlich länger als jeder Budgetzyklus, gegen den gerade geplant wird. Eine monatlich ausgewiesene Lizenz für ein Produkt, das Sie ein Jahrzehnt lang verkaufen, ist eine Fünfzehnjahresverpflichtung im Monatsgewand.
Die ehrliche Gesamtkostenfrage hat deshalb drei Teile, und nur einer davon ist ein Preis: das Abo, der interne Aufwand für Befüllung und Pflege, und die Vorsorge dafür, dass der Pass auch dann noch auflöst, wenn der Anbieter verschwindet. Beim zweiten Punkt rechnen Sie realistisch: die Software ist selten der Engpass — die Wochen gehen für das Beschaffen und Nachfassen von Lieferantendaten drauf. Genau dafür gibt es die Full-Service-Staffel, und genau deshalb veröffentlichen wir ihre Preise, statt sie auf Anfrage zu nennen. Beim dritten Punkt fragen Sie jeden Anbieter, uns eingeschlossen: kann ich alles in einem offenen Format exportieren, und was passiert vertraglich mit der Auflösung, wenn Sie den Betrieb einstellen? Wer darauf keine klare Antwort hat, verkauft Ihnen eine Fünfzehnjahres-Abhängigkeit zum Monatspreis.
Drei Fragen liefern eine belastbare Zahl, bevor Sie mit irgendeinem Anbieter sprechen — auch mit uns:
Lautet die Antwort „eine Familie, die meisten Felder vorhanden, zwei kooperative Lieferanten", ist das ein Abo und ein paar Wochen Eigenleistung. Lautet sie „vier Familien, die Hälfte der Felder fehlt, zwanzig Lieferanten in drei Zeitzonen", ist kein Abopreis die entscheidende Zahl, sondern die Frist.
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