Die Software ist selten das Problem. Wer einen Batteriepass erstellt, verbringt die meiste Zeit nicht im System, sondern damit, Daten zu beschaffen, die im eigenen Haus nicht liegen. Diese Anleitung beschreibt die Schritte in der Reihenfolge, in der sie tatsächlich anfallen — mit einer ehrlichen Einschätzung, welcher davon Wochen kostet.
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Vor jeder Software steht diese Frage, und sie ist schneller beantwortet als gedacht. Betroffen sind ab dem 18. Februar 2027 drei Kategorien: EV-Batterien ausnahmslos, LMT-Batterien (E-Bikes, E-Scooter, E-Mopeds) ohne Kapazitätsgrenze, und Industriebatterien über 2 kWh. Tragbare Gerätebatterien brauchen keinen Pass.
Wichtig für Importeure: die Verordnung erfasst nach Artikel 1 auch Batterien, die in Produkte eingebaut sind. Wer ein fertiges E-Bike einführt, bringt die Batterie darin selbst in Verkehr — und erstellt den Pass. Zählen Sie am Ende Produktfamilien, nicht Artikelnummern: zehn Varianten desselben Packs sind ein Datenmodell, nicht zehn.
Der überraschend angenehme Teil. Ein erheblicher Anteil der 94 Pflichtfelder steht bereits in Unterlagen, die im Haus liegen: Datenblättern, Prüfberichten, Konformitätserklärungen, Sicherheitsdatenblättern. Identität, Konformität, Materialien und Prüfergebnisse lassen sich daraus weitgehend befüllen.
Praktisch heißt das: erst inventarisieren, dann kaufen. Wer zuerst eine Plattform lizenziert und danach feststellt, dass 60 Felder ohnehin vorlagen, hat die Reihenfolge getauscht. Die Feldliste ist frei verfügbar, um genau diesen Abgleich ohne Anbieter zu machen.
Das ist der Schritt, der über den Termin entscheidet. Vier Feldgruppen entstehen nicht bei Ihnen, sondern mehrere Stufen weiter oben: CO₂-Fußabdruck nach vorgegebener Methodik, Rezyklatanteile je Metall getrennt nach prä- und post-consumer, Sorgfaltsnachweise zur Herkunft von Kobalt, Lithium, Nickel und Graphit, sowie Teile der Materialzusammensetzung.
Wer diese Felder zum ersten Mal anfragt, stellt regelmäßig fest, dass der Zellhersteller sie in dieser Form nicht vorliegen hat. Rückläufe brauchen dann Wochen bis Monate — mit Zeitverschiebung und Sprachbarriere eher Monate. Zwei Dinge helfen erheblich:
Dokumentieren Sie außerdem, was Sie wann angefragt haben. Eine nachweisbare Bemühung ist bei Marktüberwachung eine andere Ausgangslage als ein leeres Feld.
Ein realistischer Zeitplan entsteht, wenn man vom Stichtag rückwärts rechnet statt vom heutigen Tag vorwärts. Für eine Produktfamilie mit zwei bis drei Zulieferern sieht das ungefähr so aus:
Rechnen Sie ehrlich nach, wo Sie in diesem Plan gerade stehen. Bei mehreren Produktfamilien oder Zulieferern in anderen Zeitzonen verschieben sich die Fristen nach vorn, nicht nach hinten — und der Stichtag kennt keine Übergangsregelung.
Verglichen mit Schritt 3 ist der Rest Routine. Der Pass wird als strukturierter Datensatz angelegt, erhält eine eindeutige Kennung, die Zugriffsstufen werden je Feld gesetzt, und der Datenträger — GS1 Digital Link als QR oder Data Matrix — kommt aufs Produkt. Dazu der Eintrag im EU-Registerportal, das seit dem 19. Juli 2026 für Registrierungen geöffnet ist.
Zwei Dinge, die hier oft zu spät bedacht werden. Erstens: der Aufdruck ist endgültig, die Daten dahinter nicht — planen Sie den Träger so, dass Änderungen am Datensatz keine neue Etikettenauflage erzwingen. Zweitens: der Pass muss über die regulierte Lebensdauer erreichbar bleiben, bei Batterien bis zu 15 Jahre. Klären Sie vorher, was mit der Auflösung passiert, wenn Ihr Anbieter den Betrieb einstellt.
Die drei häufigsten Fehler, jeweils teuer und jeweils vermeidbar: die Lieferantenanfrage als offene Bitte um „Unterlagen" zu formulieren statt feldgenau — das kostet einen kompletten Nachfassdurchgang; Varianten als eigene Produktfamilien zu zählen und dadurch den Aufwand um ein Vielfaches zu überschätzen; und den Datenträger zu bestellen, bevor der Datensatz steht, sodass eine Änderung eine neue Etikettenauflage erzwingt.
Wie sich das Ergebnis anfühlt, sehen Sie an einem echten Beispielpass. Was es kostet, steht in der Kostenübersicht; welche Anbieter es gibt, im Anbietervergleich.
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