Über den Batteriepass wird viel geschrieben und wenig gezeigt. Wer wissen will, was am Ende tatsächlich entsteht, findet meist Diagramme statt Pässe. Diese Seite geht den umgekehrten Weg: hier steht, was in einem Pass steht, wer welchen Teil sieht — und ein Link auf einen echten, live aufrufbaren Pass, den Sie sofort öffnen können.
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Sichtbar ist zunächst nur ein Datenträger auf der Batterie — in der Praxis ein QR-Code oder Data Matrix nach GS1 Digital Link. Wichtig ist, was er nicht ist: der Code enthält die Daten nicht. Er verweist darauf. Das klingt nach einem Detail, entscheidet aber über die Machbarkeit, denn der Aufdruck lässt sich nach der Produktion nicht mehr ändern, die Daten dahinter dagegen müssen sich über Jahre ändern können — Ladezustand, Reparaturen, Besitzerwechsel, zweites Leben.
Sie können das direkt ausprobieren, ohne Anmeldung: ein vollständiger Beispielpass und die Verbraucheransicht eines registrierten Produkts sind öffentlich abrufbar. Das ist kein Mockup, sondern derselbe Aufbau, den ein ausgelieferter Pass hat.
Der Inhalt ist nicht frei wählbar. Anhang XIII der Batterieverordnung gibt die Kategorien vor, DIN DKE SPEC 99100:2025 übersetzt sie in konkrete Felder. In der Abgleichung sind das rund 110 Attribute, davon 94 ab dem 18. Februar 2027 verpflichtend. Grob gruppiert:
Die vollständige Liste mit Feldschlüssel, Datentyp und Zugriffsstufe ist frei einsehbar: alle 110 Datenfelder, zusätzlich als JSON und CSV unter CC BY 4.0, ohne Anmeldung.
Der Punkt, der beim ersten Anschauen am häufigsten überrascht: nicht alles ist öffentlich. Die Zugriffsstufe ist je Attribut festgelegt.
Praktisch heißt das: Ihr Wettbewerber sieht beim Scannen nicht Ihre vollständige Materialrezeptur, ein Recycler aber schon das, was er zum Zerlegen braucht. Wer einen „Beispielpass" gezeigt bekommt, in dem alles öffentlich ist, sieht kein realistisches Beispiel.
Am schnellsten versteht man den Aufbau, wenn man denselben Pass zweimal durchgeht.
Eine Verbraucherin scannt den Code am Rahmen ihres E-Bikes. Sie sieht: Hersteller und Modell, Zellchemie, Nennkapazität, Herstelldatum, den aktuellen Gesundheitszustand der Batterie, Hinweise zur sicheren Nutzung und die nächstgelegene Rücknahmestelle. Was sie nicht sieht: die vollständige Materialrezeptur oder die Herkunftsnachweise der Rohstoffe.
Ein Recycler scannt denselben Code drei Jahre später, nachdem das Rad ausgemustert wurde. Er weist sein berechtigtes Interesse nach und sieht zusätzlich: die Demontagereihenfolge, wo die Zellen sitzen und wie das Gehäuse geöffnet wird, die genaue Zusammensetzung nach Metallen, enthaltene Gefahrstoffe — und die Nutzungshistorie, an der er ablesen kann, ob die Zellen für ein zweites Leben taugen oder direkt ins Recycling gehen.
Genau darin liegt der Zweck der Zugriffsstufen: derselbe Datensatz bedient beide, ohne dass Ihre Rezeptur öffentlich wird. Und es zeigt, warum der Pass über Jahre erreichbar bleiben muss — der wertvollste Abruf passiert oft erst am Ende der Lebensdauer.
Es kursieren viele Screenshots, die als Batteriepass ausgegeben werden. Drei Prüfsteine trennen ein echtes Beispiel von einer Produktseite mit QR-Code:
Drei Missverständnisse, die beim Anschauen auffallen. Erstens: der Pass ist nicht pro Modell, sondern pro einzelner Batterie mit eigener Kennung — zehntausend ausgelieferte Akkus sind zehntausend Pässe, nicht einer. Zweitens: er ist nie „fertig". Einundzwanzig der Attribute sind dynamische Nutzungsdaten, die erst im Betrieb entstehen, also muss der Datensatz jahrelang schreibbar bleiben. Drittens: die CE-Kennzeichnung ersetzt ihn nicht — CE ist ein Konformitätszeichen, der Pass ein Datensatz; beide bestehen nebeneinander.
Wenn Sie danach wissen wollen, wie viel davon Sie heute schon abdecken können: der Readiness-Check dauert zwei Minuten, und wie ein Pass praktisch entsteht ist Schritt für Schritt beschrieben.
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